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Moin und Hallo,

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich will mich noch einmal, wie versprochen, mit einem persönlicheren Newsletter bei dir melden. Ich habe schon mehrfach angesetzt, aber irgendwie wollten sich die Worte nicht einstellen. Nun sitze ich am Laptop (es ist Spätnachmittag am 30.12.) und schaue ab und zu aus dem Fenster vor mir. Nach einem sonnigen Tag ist jetzt die Zeit der blauen Stunde. Mein Blick fällt auf die alte Rotbuche deren kahle Äste sich dunkel und filigran gegen den leuchtenden Himmel abheben. In der Fensterscheibe spiegelt sich ein Herrnhuter Stern und eine Kerze brennt auf meiner Fensterbank zwischen Weihnachtskarten, die ich bekommen habe. Ein kleiner, schöner Moment, in dem ich zur Ruhe komme.

Ich spüre Verbundenheit und Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Begegnungen in diesem Jahr, in Kursen vor Ort oder online, für gemeinsame Wege, Gespräche, für E-Mails, Briefe, das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird...

Höhepunkte dieses Jahres waren im April die Hochzeit meines Sohnes David und die Zertifikatsfeier der Ausbildungsgruppe, die ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen Renate Riese und Barbara Göger begleitet habe. Nach einem anstrengenden ersten Halbjahr ging es im Sommer für ein paar Wochen nach Frankreich an die Kanalküste. Mittlerweile gibt es dort eine Menge "vertrauter" Orte, an die wir gerne zurückkehren, aber es gibt auch immer wieder Neues zu entdecken. Unser alter VW-Bus hat uns auch diesmal nicht in Stich gelassen. Auch das ein Grund zur Dankbarkeit, wie die vielen kleinen, oft auch unscheinbaren Momente, die so selbstverständlich scheinen und es doch nicht sind.

Mittlerweile ist es vor meinem Fenster dunkel geworden. Und natürlich waren in diesem Jahr auch manche Zeiten nicht hell und leuchtend, sondern eher dunkel und trüb. Sorgen über gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen paaren sich mit der Unsicherheit, was uns die Zukunft bringen wird und wie man dem allen begegnen soll. Dazu kommen privat die Sorgen um die alt werdende Mutter.

Auch beschäftigt mich die Frage, wie es mit der Eutonie weitergeht. Im November dieses Jahres sind meine beiden ersten Eutonie-Lehrerinnen gestorben. Rosa Spekman aus Holland, die die Begeisterung für die Eutonie in mir geweckt hat und Thérése Windels, bei der ich in Belgien vor 35 Jahren meine Eutonie-Pädagogik Ausbildung gemacht habe. Beiden Lehrerinnen verdanke ich sehr viel. Von der Generation, die Gerda Alexander in Kopenhagen ausgebildet hat, lebt nun bald keine/r mehr. Der Altersdurchschnitt der derzeit aktiven Eutonie-Pädagog:innen liegt bei über 60 Jahren... Wird es in Zukunft noch genügend junge Kolleg:innen geben, die die Eutonie an nachfolgende Generationen weitergeben? Ich würde es mir sehr wünschen. Doch es ist nicht einfach, sich mit Eutonie eine berufliche oder nebenberufliche Existenz aufzubauen, obwohl ich überzeugt bin, dass die Eutonie in vielen beruflichen Feldern eine Bereicherung wäre und Gutes bewirken würde. Ich hoffe, dass die neuen Kolleg:innen ihren beruflichen Weg (und auch ihr Auskommen) mit der Eutonie finden. Und ich kann sehr dankbar sein, dass ich am 1.2.26 mein 10-jähriges Jubiläum als freiberufliche Eutonie-Pädagogin feiern kann.

Mich hat in den letzten Wochen mal mehr, mal weniger ein grippaler Infekt im Griff. Er zwingt mich zur Ruhe. Auch mir fällt es im Alltag oft schwer, sie mir wirklich zu nehmen. In der Ruhe wird die innere Unruhe umso mehr spürbar, werden die Fragen, die sich stellen, lauter.

Es hilft mir, wenn ich mich dabei nicht alleine fühle. Ich gehe in diesem Jahr mit barfuß und wild durch die Raunächte; die Rituale, wie das Entzünden einer Kerze, Teetrinken, Meditationen, Texte und Bilder, auch das Journalschreiben geben Struktur und Orientierung in dieser Zeit zwischen den Jahren.

Ein Text begleitet mich dabei besonders und fordert mich heraus. Ich möchte ihn hier mit dir teilen:

Ich umarme in mir
das Starke und das Schwache,
das Gesunde und das Kranke,
das Heilgebliebene und das Zerbrochene,
das Junggebliebene und das Altgewordene,
das Geliebte und das Ungeliebte,
die Ruhe und die Unruhe,
das Vertrauen und die Angst,
das Gelingen und das Misslingen,
den Glauben und den Unglauben,
das Helle und das Dunkle...

Vielleicht ist es ein erster Schritt, all die Widersprüchlichkeiten in mir selbst anzusehen und zu umarmen, um mit dem Widersprüchlichen im Außen umzugehen. Und auch anzuerkennen, dass es wieder viel Ungewissheit in diesem neuen Jahr geben wird. Es bleibt herausfordernd. Um so wichtiger, immer wieder zu spüren, was trägt, was wirklich nährt und den Blick für das zu bewahren, was gelingt, was schön ist, was ermutigt.

So wünsche ich dir einen guten Übergang über die Schwelle ins neue Jahr. Sei behütet auf deinem Weg, wohin er dich auch führt. 

Martina

Die Termine für meine Kurse 2026 findest du hier:
www.eutonie-kress.de/eutonie-seminare

und kostenfreie Eutonieanleitungen hier:
https://soundcloud.com/eutonie

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