Zum Gedenken an meine Lehrerin Therese Windels

Nachruf auf Thérèse Windels 

Deine Liebe liegt in der Aufmerksamkeit. Ausgerichtet auf Sein und Geben.
Was bleibt noch zurück? Ein Schmerz, der zu Schönheit wird. Und Lust zu leben.
(Vom Totenzettel)

Aufmerksamkeit ist die seltenste und reinste Form der Großzügigkeit. (Simone Weil)

Am 29.11.2025 verstarb Thérèse Windels, Eutoniepädagogin  und Gründerin der Vlaamse Eutonie School in Lier. Sie hinterlässt ihren Ehemann Walter Van Gorp und ihren Sohn Benedict Van Gorp und fast hundert von ihr ausgebildeten Eutonie-Pädagoginnen VES.  Eine davon bin ich.

Thérèse Windels Anfänge

Geboren wurde Thérèse Windels am 19. Juni 1936 in Gent. Dort wuchs sie zweisprachig auf. Ihre Mutter stammte aus Tournai (Tournaisienne) und Französischlehrerin, ihr Vater stammte aus Gent, seine Eltern sprachen flämisch. Und während sie eine flämische Schule besuchte, war sie ab ihrem sechsten Lebensjahr bei den französischsprachigen katholischen Pfadfinderinnen „Kabouterkes“ („les lutins“ der Guides Catholiques de Belgique – GCB). Thérèse erlebte so einerseits das Spannungsfeld zwischen Flandern und Wallonien, war aber anderseits in beiden Sprachwelten zu Hause.

Über ihre Erlebnisse im zweiten Weltkrieg, den sie als Kind miterlebte, schrieb sie öffentlich nichts, aber sie beschreibt nachdrücklich, die Armut und das Elend ihrer Großmutter Emma, die 1866 geboren wird und als einziges Kind von insgesamt elf Kindern überlebte.  Ihr wurde bewusst, dass noch vor hundert Jahren in ihrer Gegend so viele Kinder starben, die Frauen so erschöpft waren, das tägliche Brot keine Selbstverständlichkeit war und es nur ums Überleben ging. Sie entwickelte ein Bewusstsein dafür, dass „Selbstverwirklichung“ nur unter Rahmenbedingungen entstehen kann, in denen der Kampf ums pure Überleben nicht gekämpft werden muss. Thérèse war dafür sehr dankbar und schrieb: „Wer hätte sich jemals vorstellen können, dass eine junge Frau, die mit dem Tod vor Augen aufgewachsen war, Enkelkinder [Jenny und Thérèse Windels] zur Welt kommen sehen würde, die solch unvorhersehbare Chancen erhalten würden, „das Leben“ in vollen Zügen zu begrüßen und ihm zu dienen.“

1958 machte Thérèse Windels in Leuven an der Fakultät für Bewegungs- und Rehabilitationswissenschaften ein Physiotherapie-Diplom und erwarb die Lizenz für Sportunterricht. In diesem Jahr hätte sie auch als Leistungsturnerin in einer Auswahlmannschaft an der Weltausstellung in Brüssel teilnehmen sollen – Anfang des Jahres aber brach sie sich beide Knöchel, sodass sie jegliche sportliche Leistungsambitionen aufgeben musste. Stattdessen wurde sie Lehrerin am ehemaligen „Höherem Institut für Sportunterricht für Mädchen“ in Brüssel, dem ehemaligen Parnas und war leitend in der Pfadfinderinnenbewegung engagiert. In den folgenden Jahren besuchte sie viele Weiterbildungskurse, u.a. zur Tanzpädagogik von Rudolf Laban, zur „Organ-Gymnastik“ in der Medauschule in Coburg oder beim Musikpädagogen Jos Wuytack zum Thema „Musizieren und Bewegen“. Während ihrer Sport- und Didaktikkurse für die Parnas-Studierenden wuchs in ihr immer mehr die Frage: „Menschen aus ihrer körperlichen Realität heraus und hin zu ihr erziehen“: „Was bedeutet das? Es war, als treibe mich meine Suche unbewusst zu einem immer stärkeren Erlebnis der Einheit von Körper und Geist, entgegen dem bestehenden dualistischen Zeitgeist.

Thérèse Windels ganz eigener Weg mit der Eutonie

 

Eutonie Gerda Alexander – internationale Gruppe und Ausbildung in Kopenhagen

In den Osterferien 1969 lernte sie dann Gerda Alexander drei Tage lang bei einer Fortbildung in ihrer alten Fakultät in Leuven kennen. Thérèse schrieb dazu: „Schon in der ersten halben Stunde, in der wir auf dem Boden lagen und dazu aufgefordert wurden, aufmerksam und tastend zu fühlen, wusste ich: „Das ist es”. Das ist in meiner Suche „das fehlende Glied”: die Realität des Bodens zu begegnen. Den Boden als unbekanntes gegebenes Faktum einfach wahrzunehmen und gleichzeitig mir selbst zu begegnen.“ „Von Anfang an hatte ich den beruhigenden Eindruck, dass der Leitfaden meines Lebens und meiner Berufung einen neuen Weg gefunden hatte.“ Ein Sommerkurs in Fischerhude bestätigte ihr Gefühl.  Gerda Alexander startete in diesem Jahr neben ihrer bestehenden Internationalen Schule in Dänemark, eine neue Ausbildung: die „Le Groupe International” (G.I.) mit 35 Teilnehmern, darunter 5 Flamen, 6 Wallonen, Franzosen, Deutsche, Schweizer, die sich hauptsächlich auf Bewegung spezialisiert hatten. Thérèse wurde Teilnehmerin dieser Gruppe, wie Jenny Windels, ihre Cousine und Hanne Lore Scharing aus Deutschland.

Die pädagogisch ausgerichtete Ausbildung dauerte zwei Jahre mit acht achttägigen Treffen von 1969 bis 1971 und zielte darauf ab, dass die Teilnehmenden in ihren jeweiligen Ländern und in ihrem beruflichen Kontext die Eutonie pädagogisch anwenden.

Thérèse erlebte diese Zeit in der internationalen Gruppe und die Arbeit von Gerda Alexander als sehr bereichernd und schloss deshalb noch die Vollzeitausbildung an der Gerda-Alexander Schule in Kopenhagen an. Dieser Schritt bedeutete, dass sie als 35jährige ihre Stelle an der Schule in Brüssel und auch andere Leitungsaufgaben aufgeben musste, was sie erstmal als entlastend empfand, da sie damals „übersättigt mit Verantwortung“ war. Im Laufe der letzten Phase der Ausbildung kam es aber zu fachlichen Differenzen zwischen Gerda Alexander und Thérèse, die ja vorher selbst Sportlehrer:innen und Physiotherapeut:innen ausgebildet hatte und erfahren in der Arbeit mit Choreographien war. Thérèse geäußerte Kritik an Gerda Alexander in Bezug auf die Arbeit mit Bewegungsstudien und einige pädagogische Aspekte der Eutonieausbildung in Kopenhagen führten zu einem Zerwürfnis. Dieses hatte zur Folge, dass Thérèse zwar 1973 ihr Abschlussdiplom als Eutonie-Pädagogin bekam, Gerda Alexander aber mit ihr brach und Thérèse bis auf wenige persönliche Kontakte zu Kolleginnen fortan in der Eutoniewelt sehr isoliert war. Erst 1992 kam es zu einer neuen, versöhnlichen Begegnung zwischen ihr und Gerda Alexander. Nach deren Tod schrieb Thérèse; „Als ich 1994 in Wuppertal bei ihrer Beerdigung anwesend war, habe ich gefühlt, wie viel stärker die Dankbarkeit war als jede Spur von Verzweiflung.“

Leben im Schwarzwald – Lernen bei Hanne Lore Scharing und erste eigene Schritte

Von Kopenhagen zog Thérèse auf Einladung von Hanne Lore Scharing mit der sie nach der internationalen Gruppe in intensiven Austausch stand, nach St. Peter in den Schwarzwald und nahm an deren Kursen teil. Hanna Lore Scharing (1925 – 2011), hatte ihre eigene Methode auf den Hintergrund von Eutonie, Atemtherapie (nach Alice Schaarschuch) und Massage entwickelte und gab ihr den Namen „Rhythmus, Atem, Bewegung“.  In Deutschland und Flandern ist diese Methode von ihren Schüler:innen auch als „Scharing-Eutonie“ bezeichnet geworden.

Thérèse erlernte die von Gerda Alexander und Hanne Lore Scharing entwickelten Methoden jeweils vier Jahre lang und wurde von deren „Vision, ihrem Ansatz und ihrer Arbeitsweise tief bewegt, geprägt und inspiriert.“

Für Thérèse begann ab 1973 eine intensive Zeit des Hin- und Herreisens zwischen Deutschland, der Schweiz und Flandern, wo ihr Kursangebot allmählich wuchs. In der Schweiz unterrichtete sie vier Jahre lang Musikstudenten an der Musikakademie Basel in Eutonie. In Flandern gab sie für verschiedene Organisationen Eutoniekurse. 1975 lernt Thérèse ihren zukünftigen Mann Walter Van Gorp kennen, mit dem gemeinsam sie sich fortan ganz der Eutonie widmet und der sie ihr Leben lang in ihrer Arbeit unterstützte.

Zurück in Flandern – und Zusammenarbeit mit dem Vormingscentrum Samen vzw

1979 schlägt der damalige Direktor des „Vormingscentrum Samen vzw“ Thérèse vor, die Eutonie als umfassendes Kursangebot in ihr Programm aufzunehmen. Das bedeutet sofort die Unterstützung durch ein Sekretariat, einen breiten Interessenkreis, gleichgesinnte Kollegen, eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift … Thérèse nimmt dieses Angebot dankbar an und wird Vollzeitmitarbeiterin. In der Zwischenzeit wird sie schwanger und es wird ihr klar, dass ihr endgültiges Arbeitsgebiet Flandern sein wird. Thérèse und Walter verlassen Deutschland im November 79. Im März 1980 dürfen sie ihren Sohn willkommen heißen. Familie und Arbeit müssen von nun an unter einen Hut gebracht werden. Walter übernimmt dabei als Hausmann einen großen Teil der familiären Aufgaben, um ihr zu ermöglichen, sich ganz der Weitergabe der Eutonie zu widmen.

Bei der Übertragung ihres reichen Eutonie-Wissens in ihre eigene flämische Sprache schöpfte Thérèse aus zwei Quellen:

  • Die Eutonie, die sie bei Hannelore Scharing erlebt hatte, bot ihr Struktur und ermöglicht es ihr, eine eigene Arbeitsweise zu entwickeln, die später durch die Erkenntnisse über die Muskelketten und die Psychogenese bestätigt wurde.
  • Die Genialität von Gerda Alexander wurde ihr durch die Einfachheit deren Eutonie-Grundsätze und durch den Stellenwert, den Gerda Alexander der persönlichen Erkundung, den Bewegungserforschungen und der Tonus-Abstimmung beimisst, immer deutlicher.

Auf der Suche nach Struktur für ihre eigene pädagogischen Arbeit mit Eutonie stützte sich Thérèse ab den 80er Jahren u.a. auf die reichhaltigen Erkenntnisse und Gesetzmäßigkeiten der Muskelketten ICTGDS Brüssel (https://www.ictgds.org). Diese 6 Muskelketten ermöglichten es ihr, viele Aspekte beider Eutonie-Ansätze in ihrer Wirksamkeit und Wirkung zu verorten und zu integrieren.

Thérèse entwickelte ausgehend von ihren Erfahrungen und der Reflexion dieser drei Methoden und unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Psychogenese und den Neurowissenschaften ihren ganz eigenen Weg, Eutonie zu vermitteln. Sehr systematisch schuf sie nach und nach einen stimmigen pädagogischen Aufbau ihrer Anleitungen, die sie in drei Stufen aufteilte: Eutonie I Basis, Eutonie II Fortgeschrittene – ausgerichtet auf Vertikalität und Skelettbewusstsein, Eutonie III – ausgerichtet auf Bewegung – Kraft – Stille.

Die Vlaamse Eutonie School

1984 baten etwa zwanzig Kursteilnehmer:innen Thérèse, intensiver mit Eutonie arbeiten zu dürfen. Man entschied sich für ein monatliches Treffen über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Intensität dieser Wochenenden war groß, und das Interesse an einer Eutonie-Ausbildung vor Ort wuchs. Thérèse fühle sich jedoch noch nicht befähigt, eine Schule zu gründen. Deshalb starten sie 1986 mit dem, was damals als „experimentelle Arbeitsgruppe“ bezeichnet wurde. Aus dieser Gruppe erklären sich neun Teilnehmer, unter anderen auch ihr Mann Walter Van Gorp, bereit, gemeinsam mit ihr die Suche nach einer Eutonie-Ausbildung als Experiment fortzusetzen.

Acht von ihnen haben 1989 die Gründung der „Vlaamse Eutonie School vzw“ miterlebt, und Anfang 1990 wurde dieser erste Ausbildungszyklus abgeschlossen. Die ersten Diplome wurden unter anderem von Rosa Spekman und Jenny Windels, beide G.A.-Eutonistinnen, als Jurymitglieder verliehen.

Ab der ersten Ausbildungsgruppe der Vlaamse Eutonie School von 1989 – 1992 wurde die Zusammensetzung der Auszubildenden „international“: auch aus Deutschland und den Niederlanden kamen Auszubildende nach Flandern. Zu dieser ersten Gruppe gehörten auch Karin Fietzek und ich. Zur zweiten Ulrike Killmer-Emde.

Ende September 2020 wurde der 9. Ausbildungszyklus mit den Abschlusspräsentationen und der Verleihung der Diplome abgeschlossen. Damit hat die gemeinnützige Organisation VES unter Thérèses Leitung 30 Jahre lang in neun vierjährigen Zyklen rund hundert Menschen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland zu Eutoniepädagogen ausgebildet. Im Oktober 2022 wird die Schule freiwillig aufgelöst, es gibt zu wenige neue Kursteilnehmer und keine Kandidaten für den Vorstand.

Zwischenzeitlich wurde aber ein Verein für Eutonie e.V., der VvE, gegründet, um die Eutoniepädagog:innen, Sympathisanten und die Eutonie zu unterstützen.  www.eutonie.info. Thérèses gab bis ein Jahr vor ihrem Tod noch Vertiefungstage für Eutoniepädagog:innen.

Mein eigenes Erleben in der Ausbildung in der VES bei Thérèse Windels

Nachdem ich die Eutonie bei Rosa Spekman kennen und lieben gelernt hatte, war mir schnell klar, dass ich gerne eine Eutonieausbildung machen wollte. Aber: ich war Mitte zwanzig, hatte gerade ein Studium hinter mir und wollte eine Familie gründen – nicht der richtige Zeitpunkt, um eine Vollschulausbildung in Eutonie zu beginnen. Durch Karin Fietzek, die Thérèse bei einem Pfadfinderinnentreffen in Altenberg (im Bergischen Land) kennengelernt hatte, erfuhr ich, dass Thérèse in Lier bei Antwerpen eine vierjährige berufsbegleitende Ausbildung in Eutoniepädagogik anbieten wolle. Es blieb nicht viel Zeit zum Überlegen, und so fuhren Karin und ich kurz danach das erste Mal nach Belgien. Ich erinnere mich gut an dieses erste Wochenende: Natürlich lagen wir auch auf der Matte und übten klassisch Eutonie – aber wir sind auch gemeinsam durch die Natur gegangen. Thérèse warf dabei einen Stein ins Wasser und forderte uns auf, zu beobachten, was geschieht und es anschließend zu beschreiben. Genau beobachten, Worte finden, etwas beschreiben – ohne zu interpretieren oder zu bewerten – eine der Grundlagen für die Arbeit mit Eutonie.

Unsere Gruppe war dreisprachig: Flämisch, Französisch, Deutsch – glücklicherweise konnten fast alle deutsch verstehen und die meisten auch sprechen, sonst wäre mir die Teilnahme nicht möglich gewesen. Und Thérèse konnte alle drei Sprachen, was vieles erleichterte. Mein Flämisch ist immer rudimentär geblieben und beschränkten sich auf das einigermaßen Verstehen können. Ich erinnere mich an viele Gespräche, in denen es um Sprache ging, das richtige Finden und Gebrauchen von Wörtern in der je eigenen Sprache und Thérèse regte uns immer dazu an, noch treffendere Worte für das Erlebte zu finden.

Neben dem sprachlichen Ausdruck ging es auch immer wieder um den künstlerischen Ausdruck. Wir haben häufig gemeinsam gesungen und Bewegungsimprovisationen und -studien hatten einen hohen Stellenwert. Wir wurden angehalten, ein eigenes „Anatomiebuch“ zu erstellen, in dem es nicht nur um Anatomieabbildungen ging, sondern auch assoziativ andere Bilder, Texte, Gedichte gesammelt werden sollten. Eine sehr ganzheitliche, kreative Aufgabe. Dazu bekamen wir immer wieder Anregungen, uns mit Texten aus der Literatur zu beschäftigen.

Die Eutonieanleitungen von Thérèse folgten einem sehr stringenten didaktischen Aufbau. Wie leiten wir Menschen dazu an, wirklich ins Fühlen zu kommen? Wie leiten wir so an, dass die Teilnehmenden ihre eigenen Entdeckungen machen können, ohne das Ergebnis vorzugeben? Welche Erfahrung muss gelernt und verinnerlicht sein, um den nächsten Schritt gehen zu können? Welche Abfolge ist im Sinne der sechs Muskelketten besonders wirksam? Wie finden wir zu einer „inneren Ordnung“? Wir erlebten Thérèse zeitweilig als sehr streng, weil es ihr immer wieder um Genauigkeit ging. Ihr eigener Forschungsdrang, immer mehr in die Tiefe zu gehen, zu hinterfragen, genauer die Zusammenhänge zu verstehen, ließ sie selbst immer weiter forschen und uns an dieser Forschung teilhaben.

Ich habe Thérèse als starke Persönlichkeit mit viel Ausstrahlungs- und Tatkraft erlebt, die sich und anderen viel abgefordert hat, die aber auch sehr herzlich und sehr präsent im Umgang miteinander war. Durch ihr lebhaftes Interesse an Zusammenhängen, in die sie die Eutonie stellte, machte sie zu einer sehr inspirierenden Gesprächspartnerin und Lehrerin, von der ich viel gelernt habe. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihr begegnen durfte.

Ich erinnere mich aber auch an Théréses Schmerz über die Isolation in der Eutoniewelt, da ihre Ausbildung vom damals bestehenden internationalen Komitee für Eutonie Gerda Alexander (FIEGA) keine Anerkennung fand und ihr auch der fachliche Austausch mit Eutonie-Kolleg:innen fehlte. Aber nach und nach gab es Annäherungen. Ein wichtiger Meilenstein war sicher das internationale Eutonietreffen in Oostende 2012, das von ihr mitgestaltet wurde.  Schon vorher ergaben sich durch uns deutsche Schülerinnen immer mehr Anknüpfungspunkte, vor allem auch mit Karin Schaefer, die uns drei (Ulrike, Karin F. und mich) an der GAS in Offenburg an der Therapieausbildung teilnehmen ließ und damit die flämische Pädagogikausbildung anerkannte. Zu Ulrikes und meiner Zertifikatsfeier 2006 wurden auch Thérèse und Walter herzlich eingeladen und kamen. Es war ein besonderes Fest für uns alle

Zum Schluss noch Worte von Thérése selbst, die viel von ihrer Lebenseinstellung und Suche zeigen:

„Zögernd mache ich mich auf den Weg… denn dieser führt, früher oder später, zum Innersten und Tiefsten meines Selbst. Und ich weiß, ich gehe dem Unbekannten und Übersteigenden entgegen. Die Gesetzmäßigkeiten dieser inneren Wanderung zwingen mich in Kurven, verpflichten mich zu Rechts- und Linkskurven, zu Schritten in der Dunkelheit ohne Aussicht auf einen Horizont.

Verliere ich mich, verloren in Verzweiflung, Unsicherheit und mangelnden Erwartungen, in einem aufgewühlten Inneren, wo die Anspannung unerträglich wird? Oder komme ich der Natur nahe und der Einfachheit der Dinge, wo es eine „Zeit ist, um…“ gibt, wo jeder Schritt mich in die konkrete Erfahrung des „Jetzt“ führt, wo ich lerne, das Leben zu begrüßen, und wo mir der Faden der Ariadne gereicht wird.

(Thérèse Windels in „Samen-gevat“, Frühjahr 2000)

 

Quellen:

https://theresewindels.org/

Extra editie nieuwsbrief – Hommage Therese Windels & Rosa Spekman 15.3.2026 gesendet von vve.correspondentie@gmail.com

Denkschrift: Gerda Alexander: Impulse und Eindrücke. Hrsg. Helene Roitinger

Thérèse Windels auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=y-9Yv1W9al4

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